
Bläsersolisten des neuen kammerorchesters bamberg
Das Neue Kammerorchester Bamberg ist ein Projekt engagierter junger Musiker, die im Frühjahr 2003 aus eigener Initiative dieses Orchester gegründet haben. Die Musiker, allesamt Studenten verschiedener Musikhochschulen, sind aktive oder ehemalige Mitglieder verschiedener Jugendorchester wie dem Bundesjugendorchester, der Jungen Deutschen Philharmonie oder dem Gustav-Mahler-Jugendorchester, von denen sich das Neue Kammerorchester Bamberg durch die bewusste Beschränkung auf eine kammermusikalische Besetzung unterscheidet.
Als eigenständige Kammermusikformation aus Mitgliedern des Orchesters widmen sich die Bläsersolisten des Neuen Kammerorchesters Bamberg der Literatur für die große Bläserbesetzung. Eine intensive Zusammenarbeit verbindet das Ensemble mit dem Klarinettisten Martin Spangenberg.
Die besonderen Anforderungen, die eine kleine Orchester- oder Ensemblebesetzung an jeden einzelnen sowohl in musikalischer, als auch in persönlicher Hinsicht stellt, machen für alle Mitglieder den Reiz der Projekte aus und sind gleichzeitig die Grundlage für die Zusammensetzung des Ensembles.
Ziel der musikalischen Arbeit des Neuen Kammerorchesters Bamberg ist nicht die Spezialisierung auf eine bestimmte Epoche oder Stilrichtung, sondern ein möglichst breit gefächertes Repertoire, das Barock und Klassik ebenso umfasst wie Werke der klassischen Moderne und zeitgenössische Kompositionen. Eine wichtige Grundlage ist dabei die Offenheit aller Ensemblemitglieder für neue oder ungewohnte Interpretationsansätze.
Seit November 2003 ist Antonello Manacorda künstlerischer Leiter des Neuen Kammerorchesters Bamberg.
Zum Programm
Franz Krommer (1759-1831), ein Komponist böhmischer Herkunft, genoss zu seinen Lebzeiten als Zeitgenosse von Mozart und Beethoven großes Ansehen. Besonders in seinen Werken für Bläser konnte er eine eigenständige Tonsprache entwickeln. So schrieb er mehr als zehn Werke für die damals sehr beliebte Bläseroktettbesetzung, die heute zu den bekanntesten und meistgespielten Werken Krommers gehören. Sie zeichnen sich aus durch virtuose Leichtigkeit und die kompositionstechnisch hervor-ragende Behandlung der Blasinstrumente.
Tragisch verlief das kurze Leben des in Mähren geborenen und in Prag lebenden Gideon Klein (1919-1945). Er galt als die größte musikalische Begabung seiner Generation und war sowohl als Pianist, als auch als Komponist außerordentlich erfolgreich. Nach seiner Deportation ins Ghetto Theresienstadt prägte er das dortige Musikleben. Nur wenige Stunden vor der Befreiung kam er 1945 in einem Außenlager gerade sechsundzwanzig-jährig ums Leben. Das Divertimento für Bläseroktett ist eines seiner wichtigsten bekannten Werke. Es entstand 1940 während seines Kompositionsstudiums in Prag. Das Werk weißt viele dodekaphonische Einflüsse auf, ist aber auch geprägt von der Musik Janaceks und der Verarbeitung mährischer Volkslieder.
Die Serenade Es-Dur KV 375b zählt neben der "Gran Partita" und der c-moll Serenade zu Mozarts herausragenden Werken für die große Bläserbesetzung. Innerhalb der Werke dieser Gattung nimmt sie eine Stellung ein, die über den Wert als bloße "Unterhaltungsmusik" weit hinausweißt. Sie zählt zu den meisterhaftesten Werken der Bläserkammermusik.
Musiker:
Raguel Ott, Niccolò Olgiati Oboe
Markus Krusche, Maximilian Krome Klarinette
Ingrid Hutter, Sebastian Hägele Fagott
Carsten Duffin, Ulrich Grau Horn
Andreas Riepl - Kontrabass